Review Tamron 150-600

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Um bei der Naturfotografie seinem Motiv näher zu kommen gibt es mehrere Möglichkeiten:
– am besten unauffällig an das Motiv anschleichen (“Fuß-Zoom”)
– oder eine möglichst lange Brennweite verwenden
– Tarnen und abwarten

Da das Anschleichen meist mit der Flucht des Motivs nach nur ein, zwei Bildern belohnt wird, und für ein “großes” Teleobjektiv schon ein halbes Vermögen investiert werden muss, kommt dem ambitionierten
Naturfotografen das Tamron 150-600 gerade recht.
Handelsübliche Teleobjektive decken meist einen Brennweitenbereich von 70-300mm oder 80-400mm ab. Das Tamron 150-600 ist das erste “Consumer” Super Tele Objektiv, das eine Brennweite von 600mm erreicht. Diese Reichweite wird sonst nur von sehr teuren Festbrennweiten (natürlich um einiges lichtempfindlicher) erreicht.

Die Neugierde an diesem Glas wurde dadurch bestärkt, dass ich öfter mit meinem Vater auf Fototouren gehe und ein Teleobjektiv für zwei Fotografen leider zu wenig ist.
Nach langem Abwarten, dem Lesen von Testberichten und Preisvergleichen wurde (vor ca. sechs Wochen) das “neue” Tele erworben.

Die optische Leistung ist – verglichen mit dem Tamron 70-300 VC – in meinen Augen eine neue Liga. Selbst leicht abgeblendet gelingen deutlich schärfere Bilder als mit dem “alten” Tele.

Die lange Brennweite verstärkt außerdem Hintergrundunschärfe “Bokeh”, was eine bessere Freistellung des Motivs ermöglicht. Durch Aufblenden kann man den Effekt noch verstärken, hier ist allerdings bei Blende f6.3 Schluss.

Ich verwende das “Mega-Zoom für die Massen” meist abgeblendet auf f7.1 um mehr Spiel mit der Schärfe zu haben, als mit Offenblende f6.3 bei 600mm.
Das heißt gleichzeitig, dass man möglichst bei gutem Licht oder einem entsprechend hohem ISO Wert (nicht selten ISO 2000 bei kurzer Verschlusszeit) fotografieren sollte.
Eine längere Verschlusszeit ist nur mit aktivem Bildstabilisator und/oder Einbeinstativ ratsam, und auch nur dann, wenn das Motiv sich so schnell bewegt, dass dadurch Unschärfe entsteht.

Nicht zu vernachlässigen ist ebenfalls das stattliche Gewicht von 2kg. Von dem Tamron 70-300 VC kommend trägt man da den ganzen Tag doch etwas mehr Gewicht mit sich herum!
Abhilfe verschafft da ein Einbeinstativ, das sich bequem an der mitgelieferten Stativschelle befestigen lässt und zumindest beim Fotografieren das Gewicht verteilt.

Das Objektiv ist gut verarbeitet, die Stativschelle fühlt sich wertig an und passt sich, wie der Rest des Objektives den Außentemperaturen relativ schnell an – das führt im Falle des noch andauernden Winters zu kalten Händen.
Mit ein bisschen Übung kann man bei ausgefahrenen 600mm auch recht einfach das Motiv in den Sucher bekommen.

Ich bin bisher damit rundum zufrieden! Es macht richtig Spaß mit so einer riesen Linse, herumzulaufen und Fotos zu machen – auch wenn man manchmal von Spaziergängern oder Joggern deswegen beäugt wird.

Viele Grüße,

Lukas

 

In folgender Galerie sind ausschließlich Bilder mit dem “neuen” Tele!

 

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